Vorwort zur Festschrift von Dr. Jörg Hohendahl, Vorsitzender des Stiftungsvorstands
„Es war einmal ..." so begannen früher Märchen. Heute, so wird behauptet, beginnen Märchen mit „Ich habe eine Vision". Ein solches Gefühl mag auch in dem geneigten Leser der vielen Beiträge dieser Festschrift aufkommen. Denn moderne Märchen soll es wirklich geben, auch wenn sie nur ein erstes Kapitel vor gerade einer Dekade beinhalten wie im Fall der Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet. Im Gegensatz dazu sollte der Glaube an ein Märchen von der Unternehmensvision bundesdeutscher Kliniken jedoch nicht allzu ernsthaft verfolgt werden. Aber eben gerade der Glaube an Visionen. Was das bedeutet? Es mag sich so verdeutlichen lassen: Bill Gates wird nachgesagt, seine Vision habe darin bestanden, dass eines Tages auf jedem Schreibtisch ein PC steht. Sehen wir darin ein Beispiel für eine Unternehmensvision, wie sie von Beratern und Vorständen „erarbeitet" werden kann?
Die Wirkung ist entscheidend
Sicher nicht. Es ist allerdings ein sehr starkes und inspirierendes Bild. Sicher dürfen wir uns auch sein, dass es viele solcher Visionen erfolgreicher Medizinunternehmen gibt. Das könnte der Traum vom perfekten Familienzimmer einer Kinderklinik, deren Mitarbeiter multiprofessionell und interdisziplinär eng zusammenarbeiten, die Spezialisten kommen zum kranken Kind und nicht umgekehrt, von einem Kinderzentrum fest eingebettet in den Standort der engsten Nachbardisziplinen einer Klinik der Maximalversorgung, vom Impfstoff gegen Frühgeburt und Cerebralparese sein – was auch immer. Manche dieser Visionen gehen in Erfüllung, manche nie. Was aber nicht das Entscheidende ist. Denn bei Visionen ist ihre Wirkung entscheidend.
Andere begeistern und gemeinsam Ziele verfolgen
Auch wenn das ursprüngliche Bild nie Wirklichkeit wird, auf dem Weg dorthin kann so manche großartige Leistung vollbracht werden. Und die daraus resultierenden Geschichten werden dann auch von einem „Happy End" gekrönt, wie früher die Märchen. Es ist sicher auch möglich, andere mit einer Vision anzustecken, sie hierfür zu begeistern. Und es ist auch durchaus denkbar, dass sich Manager zusammensetzen und feststellen, dass sich ihre Ideen gleichen, sie diese in ein Bild bringen und eine Organisation davon begeistern. Aber ich halte das für wenig wahrscheinlich. Anders ausgedrückt: Unternehmer, Wissenschaftler, Sportler, Künstler, Therapeuten und Ärzte haben Visionen, Manager bekommen Ziele. Was sie nicht davon abhalten wird, diese auch in Zukunft „Visionen" zu nennen.
Bleibt mir viel Freude beim Lesen der vorliegenden Festschrift zu wünschen, viel Freude beim Reflektieren des Erreichten, viel Freude beim Rückblick auf die vielen Handlungen mutiger Hände, die ungetrübte Vorfreude auf ein zukünftiges, visionäres, bürgerschaftliches Engagement für unsere Zukunft, unsere Kinder!
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