Seit 2010 unterstützt die Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet das Projekt  „Video unterstützte automatisierte Bewegungsanalyse von General Movements nach Prechtl:

Standardisierung und Objektivierung eines für die Entwicklungsprognose wichtigen Diagnoseverfahrens“

Unter den General Movements (GM) nach Prechtl versteht man spezifische Muster der Spontanmotorik, die von Rückenmark und Hirnstamm generiert und von höheren Zentren moduliert werden. Es handelt sich um Bewegungen, die Kopf, Arme und Beine sowie den Rumpf einbeziehen. Die Bewegungsmuster sind ab der 13 SSW bis zum korrigierten 4. Lebensmonat nachweisbar, zeigen aber in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen typische Muster.

Gewöhnlich werden die Säuglinge für die Analyse der GM eine gewisse Zeit mit einer Videokamera gefilmt. Das auf dem Film festgehaltene Bewegungsmuster wird später von einem in der Prechtl Analyse erfahrenen Untersucher analysiert.

Die Untersuchung der GM nach Prechtl ist somit eine nicht-invasive und für den Säugling unschädliche Methode, mit der in einem definierten Zeitfenster das Risiko der Entwicklung einer infantilen Cerebralparese abgeschätzt werden kann. Problematisch ist allerdings die Abhängigkeit von der Erfahrung des Untersuchers und der damit mäßig objektive Charakter der Methodik.

 

Ziel der Untersuchung:

Es sollen Verfahren entwickelt werden, die die bei der Analyse der General Movements nach Prechtl zum Tragen kommende subjektive Einschätzung des Untersuchers (klinische Erfahrung; „pattern recognition“) in ein objektives Analyse-Verfahren (videounterstützte, automatisierte Bewegungsanalyse) umwandeln. Die Studie ist als Langzeit-Untersuchung konzipiert und wird die neurologische Entwicklung der untersuchten Kinder zusätzlich mit motoskopischen Verfahren, Vojta Assessment sowie standardisierten Entwicklungstests (Bayley-Skalen) erfassen.

Die Ergebnisse werden am Ende des Projektes an dieser Stelle bekannt gegeben.