Chronische Lungenerkrankungen bei Kleinkindern-Frühtherapie durch Frühdiagnose möglich

 

Die Therapie von Lungenschäden bei Kleinkindern setzt zunächst eine Diagnose voraus. Bei chronischen schon bei Kleinkindern fortschreitenden Lungenerkrankungen ist der Zeitpunkt zur Therapie oft schwer zu fassen. Die klinischen Zeichen (wie Husten, Luftnot, geringe körperliche Belastbarkeit) treten oft erst auf, wenn es bereits zu Schädigungen des Lungengewebes gekommen ist.

Man sucht also Methoden, um rechtzeitig, d.h., vor Eintreten von Gewebeschäden, eine Therapie einleiten und deren Erfolg auch festmachen zu können.

In der Abteilung Pneumologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhruniversität Bochum im St. Josef-Hospital als universitäres überregionales Zentrum werden zahlreiche Patienten mit dieser angeborenen Lungenproblematik (z.B. Cystische Fibrose, Primäre Ziliendyskinesie) behandelt.

Zur Diagnostik wird nun eine Technik eingesetzt, die schmerzfrei und ohne Belastung in ruhiger Atemlage, Funktionen der Lunge messen kann, die von herkömmlichen Lungenfunktionsgeräten noch nicht erfasst werden. Die herkömmliche Lungenfunktionsdiagnostik würde hier ein falsches Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Mit Hilfe dieser Technik können wir messen, wie rasch ein zuvor eingeatmetes Gasgemisch (z.B. Sauerstoff oder Stickstoff) aus der Lunge entfernt wird. Dazu erhalten die Kinder ein Mundstück, über das sie ganz normal ein-und ausatmen. Die Konzentration des Gases in der Ausatemluft wird über die Zeit gemessen. Bei „guter“ Lungenfunktion wird das Gas gleichmäßig und rasch ausgeatmet. Bei Schäden auch in kleinen Bereichen der Lunge wird aus diesem Gebiet erst verspätet das Gas abgegeben. Die Zeit, bis es gänzlich abgeatmet ist, verlängert sich also.

Während der Untersuchung sehen die Kinder einen kleinen Film, um so sicherzustellen, dass sie die gleichmäßige Atmung nicht unterbrechen. Kinder, bei denen wir somit frühzeitig (vor klinischen Symptomen) eine Schädigung erfassen, können nun gezielt behandelt werden. Mit der gleichen Methode kann danach auch der Behandlungserfolg erfasst werden.

Dieses Projekt hat die Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet im Jahr 2011 mit 34098,36 € gerne unterstützt.